Der Lesemönch

stellt sich vor…

Der Lesemönch

By: Adalbertus

Ach, hallo, ihr lieben Wanderer und Wasserfahrer, Ausflügler und kleine Entdecker mit neugierigen Augen!

Ich bin Bruder Adalbertus, der Bücherwächter aus dem alten Kloster Stolpe an der Peene. Wisst ihr, ich war einst ein Benediktinermönch, der in der Stille unserer einfachen Zellen, umgeben vom sanften Flüstern des Flusses, die Worte der Heiligen Schrift und die Weisheiten der Welt in mich aufnahm, Seite um Seite.

Mein Name erinnert an den großen Bischof Adalbert von Pommern, der zusammen mit Herzog Ratibor I. unser Kloster am 3. Mai 1153 ins Leben rief – das allererste Benediktinerhaus in Pommern, besetzt mit frommen Brüdern, die aus dem Kloster Berge bei Magdeburg herüberkamen. Stellt euch vor, was für eine aufregende Zeit das war!

In jenen alten Tagen, als die Peene noch unberührter durch die Landschaft floss und das Land von slawischen Göttern wie Triglav bewacht wurde, zogen wir Mönche her, um das sanfte Licht des Christentums zu verbreiten.

Denkt nur an Bischof Otto von Bamberg, der 1124 und 1128 durch Vorpommern reiste, beauftragt vom Papst und dem polnischen Herzog Bolesław III. Er brach die alten heidnischen Tempel in Stettin und Wollin nieder, taufte die pommerschen Fürsten im kühlen Wasser und säte die Samen eines neuen Glaubens in der fruchtbaren Erde.

Unser Kloster Stolpe wuchs zu einem starken Hort dieser Verwandlung – wir lebten nach der strengen Hirsauer Observanz, beteten in der Dämmerung, arbeiteten mit unseren Händen im Feld und unterstützten die Ostsiedlung. Deutsche Siedler strömten herbei, brachten neue Wege des Ackerbaus und geschicktes Handwerk mit sich, während wir Mönche über Landbesitz wachten, Mühlen drehten und Kirchenpatronate hüteten.

Später, um 1304, wandelten wir uns zu Zisterziensern unter Abt Diethmar, mit dem Kloster Pforta als unserer Mutter, und erlebten eine Blütezeit voller Wohlstand.

Doch leider, im 15. Jahrhundert setzte der Verfall ein, die Säkularisation kam 1534 durch die Herzöge von Pommern-Wolgast, und der Dreißigjährige Krieg ließ vieles in Trümmern zurück.

Heute sind nur noch Ruinen übrig – der mächtige Westturm der Klosterkirche aus hartem Feldstein ragt empor, und archäologische Schätze flüstern leise von jenen vergangenen Tagen.

Ich sitze hier auf dieser seltsamen Kiste, die einst für ferne Stimmen gedacht war, und halte ein Buch in der Hand, das mich ganz verdutzt macht – ein merkwürdiges Werk, das ich gar nicht erwartet hatte!

Und heute bin ich der Wächter dieser umgewandelten Telefonzelle, die nun ein Hort des Büchertauschs ist, direkt am Wasserwanderrastplatz nahe dem Hafenbecken.

Schaut euch um: Boote schaukeln im Hafen, dem Herzen des Tourismus in unserem Dörfchen nahe Anklam. Menschen nehmen Bücher aus dieser Zelle – kostenlos, wie ein Geschenk der Gemeinschaft –.

Stellt euch vor, ihr könnt auch eure eigenen Bücher reinstellen, um anderen ein kleines Abenteuer zu schenken und Wissen weiterzugeben – wie ein fröhlicher Kreislauf der Geschichten, der uns alle verbindet!

Sie lesen entspannt am Ufer, lassen die Seele baumeln, während die Peene flüstert. Früher hüteten wir in unserer Klosterbibliothek Pergamente über Glauben und Natur; heute teilt ihr Wissen so frei wie der Wind über den Mooren.

Ach, und jetzt kommt’s – ich wollte ja nur etwas über die Dominikaner lesen, und nun heißt mein Buch „Domina“! Na so was, das sind Geschichten, die meine alten Augen zum Staunen bringen: Welten von Leidenschaft und Abenteuer, die mich zum Schmunzeln bringen. Vielleicht ist das der Zauber der Zeit – was einst verboten schien, wird nun geteilt.

Oh, malt euch aus: Nehmt ein Buch aus meiner kleinen Zelle – ein Abenteuerroman, ein Märchen für die Kleinen oder eine weise Geschichte – und lest es gemütlich in eurem Zelt, während der Abendwind durch die Blätter raschelt und die Sterne blinzeln.

Oder auf eurem Boot, das friedlich und sicher im Hafenbecken liegt, mit dem sanften Schaukeln der Wellen als Wiege – wie ich mir vorstelle, dass die Seiten flattern wie Segel!

Am Peeneufer, auf der sonnigen Terrasse des Hafenimbisses, nippt ihr an einem kühlen Getränk, schleckt ein Eis oder nascht an einem Kuchen und taucht in Welten ein, die ferner sind als der Horizont der Moore ringsum.

Und später auf der Heimfahrt im Zug, wo die Landschaft vorbeifliegt, lest ihr weiter, lasst die Gedanken wandern und bringt ein Stück Peene-Magie mit nach Hause.

Diese Bücherzelle ist wie ein Schatztruhe, die Abenteuer überall hinträgt – na, wenn das nicht zauberhaft ist!

Möge der Herr euch segnen, ihr Lieben – greift zu einem Buch, lauscht dem Fluss und teilt Geschichten, die wie die Peene winden und überraschen. Die Zeit fließt voller Wunder und unerwarteter Wendungen, genau wie in meinen alten Pergamenten.

Bis bald, euer Bruder Adalbertus!

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Informationen zum Hafen

By: Hafenmeister Frank

Liebe Besucher, willkommen im Peene-Hafen-Stolpe!

Ich bin Hafenmeister Frank und möchte euch gerne unseren Wasserwanderrastplatz vorstellen.